|
PRESSETEXT HOLGER LIEBS (Süddeutsche Zeitung)
Michael Schmitz
Global Heli Art Tour
Wer eine Utopie verwirklichen will, der muss sich zunächst einmal auf große Fahrt begeben:
Von Shangri-La bis Eldorado liegen viele künstliche Paradiese der Literaturgeschichte in eher
abgelegenen Gegenden der Welt. Seit jedoch die globale wirtschaftliche Vernetzung zunehmend die weißen Flecken auf den Landkarten getilgt hat, ist das Reisen selbst verstärkt in den Fokus künstlerischer Fiktionen geraten. Einige Künstler des 20. Jahrhunderts haben sich eine Art kultivierte Rastlosigkeit sogar zum ästhetischen Lebensentwurf auserkoren. Eine Figur wie James Bond - im Helikopter über Kontinente jagend, dabei immer gut gekleidet und einen Martini in der Hand - ist nicht möglich ohne das Konzept einer ästhetischen Existenz, die gleichsam huckepack im Handgepäck mitgeschleppt wird.
Lange schon widmen sich auch offene, prozessual angelegte künstlerische Arbeiten der Ästhetik des Reisens und der Überwindung kultureller, ideologischer und religiöser Grenzen. Das modulare, ebenfalls prozessual angelegtes Konzept der "Global Heli Art Tour", das der in Rom lebende Arzt für ästhetische Zahnmedizin und Implantologie, Michael Schmitz, entworfen hat, reiht sich in die Tradition dieser Kunstprojekte ein, aber verfolgt darüber hinaus noch weitere Ziele: so etwa die Fortsetzung der Biennale in Venedig über die Ausstellungsdauer hinaus, die Idee eines kollektiven Kunstwerks, das von allen Teilnehmern der Biennale gestaltet wird sowie das Fundraising für ein Kinderheim in Südafrika.
Während der Biennale wird ein reisefertiger Helikopter, etwa zehn Meter lang und drei Meter hoch, ausgestellt. Nach und nach soll er durch andere Künstler der Biennale mit Grußbotschaften verziert werden. Parallel wird das Projekt der Weltumrundung vorgestellt. Wenn die Biennale ihre Pforten schließt, bricht der Helikopter zu einer 18-monatigen Reise in der Luft und via Schiffspassagen über fünf Kontinente auf und fliegt dabei auch Museen, Orte, an denen Künstler arbeiten und andere kulturelle Institutionen an. Die Strecke ist etwa 50 000 Meilen lang und soll in 100 bis 150 Flugtagen zurückgelegt werden. Die Route ist jedoch durchaus noch modifizierbar, Vorschläge sind erwünscht. Ziel ist es, eine möglichst große Zahl von Menschen in das Projekt einzubinden. Die Unternehmung wird von Sponsoren und dem Künstler selbst finanziell getragen. Pilot ist der Künstler selbst, der somit als eine Art Phileas Fogg des 21. Jahrhunderts in Erscheinung tritt. Auch Prominente wie bekannte Hollywood-Schauspieler nehmen an der "Global Heli Art Tour" teil, aber mitzufliegen steht jedem offen, der sich durch eine Patenschaft für einen Streckenabschnitt an dem Projekt beteiligen will. Der Erlös der Patenschaften soll über eine Schweizer Stiftung Waisenkindern in Südafrika oder/und Lateinamerika zugute kommen. Der Helikopter transportiert jedoch nicht nur Passagiere, sondern funktioniert auch gleichsam als kommunizierende Röhre zwischen Nationen, Religionen, Kulturen, die Informationen weiterträgt und schließlich auch medial weltweit streut.
www.kinderbaum.org
noch nicht aktiv. wird vor der Biennale aktiviert
|